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Sonntag, 18. November 2018

 

Aktuelle Gesetzeslage zur embryonalen
Stammzellforschung (Stichtagsregelung)

Im April 2008 wurde die Gesetzeslage zur Forschung mit ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen von Abgeordneten des deutschen Bundestages vereinfacht. Seitdem dürfen Forscher auch Zelllinien importieren, die nach dem 1. Januar 2002 entstanden sind. Der Stichtag wurde um mehr als fünf Jahre auf den 1. Mai 2007 verschoben, was die Forschung an embryonalen Stammzellen in Deutschland erleichtert. Bisher galt hier eines der strengsten Gesetze der Stammzellforschung: Es dürften nur Zelllinien verwendet werden, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden und aus dem Ausland stammen.

Zuvor hatte der Bundestag bereits über weitere Anträge zur Stammzellforschung abgestimmt, wobei sowohl ein Totalverbot der Forschung an embryonalen Stammzellen als auch die völlige Freigabe solcher Forschungsarbeiten abgelehnt wurde. Zu den Befürwortern einer einmaligen Verschiebung des Stichtages gehörte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU), die in der Debatte im Bundestag versicherte, das Gesetz werde so weiterentwickelt, dass ein schmaler Korridor für verantwortungsbewusste Forschung erhalten bleibe.  

Wissenschaftler hatten die bisherige Stichtagsregelung kritisiert, die inzwischen mehr als sechs Jahre alten Stammzellen seien zu alt und verunreinigt. Deutsche Forscher befürchteten deshalb, international ins Hintertreffen zu gelangen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) begrüßte die Neuregelung des Stammzellimportgesetzes. DFG-Präsident Matthias Kleiner sagte nach der Parlamentsentscheidung, die Verschiebung des Stichtages sei für die Wissenschaft in Deutschland ein guter Schritt nach vorn und Stammzellforscher in Deutschland könnten nun mit ihren hohen ethischen Prinzipien besser auf diesem wichtigen Gebiet der Forschung arbeiten. Als erfreulich hob der DFG-Präsident auch den Fortfall der Strafandrohung für deutsche Wissenschaftler hervor, die sich an internationalen Projekten beteiligen.

 

 

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